Alphataucher

Taucher Tro­phy. Team Blau. Yes, we can!

Yes, we can!

WIE ES BEGANN

Alles begann im Dezem­ber let­zten Jahres — obwohl ich geste­hen muss, dass ich die erste Email damals für Spam hielt. „Ach, Mist“, dachte ich, „jetzt hat irgen­dein Anbi­eter für Dumping-​Tauchreisen unser Forum gehackt und schickt ab jetzt Werbe-​Emails an alle. Naja, wird sich schon auflösen.“ Die Email eines mir unbekan­nten Absenders, die eine Auf­forderung zur Teil­nahme an einer soge­nan­nten „Alphataucher Tro­phy Chal­lenge“ enthielt, hab ich dann gelöscht und vergessen. Einige Wochen später dann die näch­ste Email. Nach­dem ich sie erneut gelöscht hatte, hab ich dann aber _​doch_​mal Daniel darauf ange­sprochen und gefragt, was er denn davon hält und was das Ganze denn soll. Er meinte, dass er das nicht für Fake hält und dass da „wohl was geplant“ sei. Okayyyyy. Näch­stes Mal nicht löschen, Juliane! Gemerkt.

Und siehe da: weit­ere Ankündi­gun­gen und mys­ter­iöse Ter­min­pla­nungsan­fra­gen schlichen sich über meinen Email-​Account in mein Post­fach. Ab jetzt las ich sie dann genauer, wenn auch immer noch mit einer gesun­den Por­tion Skep­sis — wer mich kennt, weiß, dass ich tem­porär para­noide Ten­den­zen zeigen kann. Daniel und ich melde­ten uns trotz­dem an — Mut zum Risiko. Alles mit einem mul­mi­gen Gefühl im Bauch. Wir über­legten zunächst, das Pre­mi­umteil­nah­mepaket zu kaufen, was für knapp 15.000 €/​Person bein­hal­tet hätte, dass wir ein Fahrzeug gestellt und eine Unter­wasserkam­era geschenkt bekä­men. Wir haben uns dann aber doch dage­gen entsch­ieden und das Stan­dard­paket gebucht. Man muss ja nicht gle­ich bei der ersten Teil­nahme einen auf dicke Hose machen. War das ein Fehler? Wir wussten es nicht und bange Hoff­nung erfüllte uns, dass alle anderen Teil­nehmer das­selbe machen wür­den. So war es dann zum Glück auch. Es gab keine Premium-​Schickimicki-​Teilnehmer, son­dern alle angemelde­ten Taucher fühlten sich dem Prinzip „gle­iches Recht für alle“ verpflichtet. Glück gehabt. So hatte wenig­stens nie­mand einen Vorteil.

Weit­ere Wochen gin­gen ins Land und die Sache wurde konkreter. Nach­dem Ter­min und Teil­nehmer fest­standen, wur­den wir auf den Prüf­s­tand gestellt. Die ersten per Email bzw. Forum emp­fan­genen Auf­gaben waren bequem von der Couch aus lös­bar und bein­hal­teten Wis­sens­fra­gen zur Mother aller Tro­phys und ein paar Deco-​2000-​Aufgaben. Für Daniel und mich kein Prob­lem. Und tat­säch­lich beka­men wir Bonus­punkte. Wir wussten allerd­ings nicht, wozu die gut sein sollen/​werden — ein weit­eres Mys­terium dieser ganzen Geschichte. Naja — andere Leute sam­meln Payback-​Punkte, wir sam­meln Punkte für andere unbekan­nte Ziele

Lei­der hat­ten wir keine Gele­gen­heit die bei­den weit­eren, noch fol­gen­den Präqual­i­fizierungsauf­gaben zu lösen, denn die bein­hal­teten jew­eils einen Tauch­gang — ein­mal mit Gerät, ein­mal apnoe. Die Apnoeauf­gabe hat­ten wir zwar ein Jahr zuvor schon im Rah­men unseres „anderen“ Hob­bies (Geo­caching) gemeis­tert, aber lei­der brachte uns das _​garnix_​. Nun ja, man muss das alles ja nicht zu verkrampft sehen. Wir behal­ten uns vor, das noch zu reklamieren.

Der Ter­min rückte näher. Ich weiß nicht, ob es Glück oder Blöd­heit war, dass Daniel und ich die 2 Wochen vor der Chal­lenge noch Urlaub genom­men haben. Ein­ser­seits Blöd­heit, da wir durch die ganze Urlaub­swan­derei schon mit geschun­de­nen Füßen und muskelkater­schmerzen­den Beinen in die Chal­lenge starteten. Ander­er­seits vielle­icht auch Glück, denn den Start der Chal­lenge hät­ten wir wohl ohne unsere Urlaub­swan­der­geo­caching­train­ingsrun­den (schön, dass die deutsche Sprache solche Worte zulässt) nicht ohne Wadenkrämpfe über­standen… Der geneigte Leser merkt an dieser Stelle, dass ich nach einer ger­ingfügig zu lang ger­ate­nen Ein­leitung endlich zum Inhalt der eigentlichen Chal­lenge komme. Genau so ist es. :)

FRE­ITAG. ES GEHT LOS.

Nach­dem sich ein Teil der tat­säch­lichen Tourleitung bzw. der Organ­isatoren durch Emails von seiner eige­nen Emailadresse zu erken­nen gegeben hatte, waren let­zte Zweifel auch bei mir beseit­igt. Und endlich ging es los — konkrete Anweisun­gen! Zumin­d­est schien es so. Tre­ff­punkt war an einem Gewässer in Berge­dorf. Jeder sollte seine gesamte erforder­liche Aus­rüs­tung dabei haben (und die Liste war end­los). Ich dachte an ein gemütliches Orga­tr­e­f­fen, was uns erk­lären sollte, was das Woch­enende so brin­gen wird. Denkste! Kaum angekom­men, erfol­gte die Teamzusam­men­stel­lung. Daniel und ich beka­men Isa in unser Team. Yeah! Sehr gut! Aber die Freudesumar­mungen wur­den jäh unter­brochen, als wir von der Tourleitung hörten, dass wir _​heute noch_​ins Wasser müssen. What??? Schwim­men? Jetzt? Alle? Und dann auch noch mit so unge­nauen Angaben, was und wo wir suchen mussten… Unser neues Dreierteam blickte sich tief in die Augen: „Yes, we can!“ dachten wir alle gle­ichzeitig und 3 Sekun­den später standen wir im leicht­gewichti­gen Schwimm-​Equipment an der Absprung­stelle. Vielle­icht waren es auch ein paar Sekunden/​Minuten/​Vier­tel­stun­den mehr — genauer gesagt waren wir das let­zte Team, das startete. Zuvor hat­ten wir Team Rot und Sil­ber (wir hat­ten die Sieger­farbe blau bekom­men — einen Tag nach Sieg von „Les Bleus“ im EM-​Halbfinale eigentlich ohne Konkur­renz) schon jam­mern gehört, dass das Wasser sooooooo kalt sei. „Viel Mim­imi ich spüre“ dachte ich mir und sprang todesmutig zusam­men mit Daniel und Isa ins Wasser. Naja, wer mich während des Win­ter­train­ings schon mal schwim­men gese­hen hat, weiß, dass ich nicht die schnell­ste Schwimmkanone bin. Isa startete sofort voll durch, Daniel fühlte sich zunächst noch verpflichtet, auf mich zu warten, aber nach­dem ich ihm ver­sichert hatte, dass es mir nicht an Kon­di­tion, son­dern nur an Schnel­ligkeit man­gelt, schnellte er auch auf das Ziel zu. Ich kam dort an, nach­dem die bei­den schon minuten­lang einen blauen Kara­biner gesucht hat­ten. Ich tat so, als würde ich auch mit­suchen, hielt mich aber eigentlich nur am Steg fest und ruhte mich aus. Wie erhofft, fan­den die bei­den dann auch ohne mich den Kara­biner und es ging zurück. Dieses Mal in geschlossener Schwimm­for­ma­tion, denn die Siegerzeit wurde aus „Zeit­d­if­ferenz zwis­chen Zielein­lauf des ersten und let­zten Team­mit­glieds“ berech­net. Die kle­in­ste Zeit­d­if­ferenz gewann. Gut zuge­hört ist halb gewon­nen und so erre­ichten wir eine unschlag­bare Zeit von 0,00000000000000 Sekun­den. Lei­der hatte Team Sil­ber auch gut zuge­hört und dieselbe Zeit geschafft. Im Nach­hinein anfecht­bar, denn denen fehlte eigentlich ein Team­mit­glied an dem Abend. Nun ja, wir wollen ja nicht päp­stlicher als der Papst sein und teilen uns gern den ersten Platz *hmpf*

Team Sil­ber betonte übri­gens immer wieder, auch während der näch­sten zwei Tage, dass sie sich aus Punk­ten oder einem Sieg nichts machen wür­den. Lächer­lich! Wieso haben sie dann am Fre­itag Abend gle­ichzeitig angeschla­gen und nicht ver­sucht, eine max­i­male Zeit­d­if­ferenz zu schaf­fen? Diese Frage wird wohl auf ewig ungek­lärt bleiben…

Jeden­falls pack­ten wir dann unser Tourauto (danke, Isa!!!) und dann ging’s zunächst mal ab nach Hause. Wir woll­ten wenig­stens noch ein kleines biss­chen Schlaf bekom­men, bevor es am näch­sten Tag früh­mor­gens weit­erge­hen sollte. Blöd war, dass ich nachts um 3 Uhr noch eine vom Urlaub übrig gebliebene Zecke an meiner Hüfte erspürte, die dann in einer aufwändi­gen Zer­e­monie von Daniel ent­fernt wer­den musste. Einzel­heiten ers­pare ich euch, aber so viel zumin­d­est zum Thema „wir brauchen Schlaf“. Wir behal­ten uns vor, das als Hand­i­cap später noch in Bonus­punkte umwan­deln zu lassen.

SAM­STAG. DER TAG DER TAGE.

Sam­stag. Los geht’s. Tre­ff­punkt 07:30 Uhr am Ikea Schnelsen. Für uns eine kurze Anreise — yes! Trotz­dem ein­deutig ein paar Stun­den zu früh am Tag, dafür dass es ein Sam­stag war. Ich als beken­nen­der Spä­tauf­ste­her hatte da so meine Prob­leme. Tauchen ist nicht immer chrono­type­n­gerecht (Eulen for Pres­i­dent!). Der Kaf­fee auf dem Park­platz entschädigte aber für alles… naja, fast.

Wir beka­men einen USB-​Stick in Team­farbe mit einer Excelta­belle. Dass wir ein excelfähiges Endgerät brauchten, war schon vorher bekan­nt­gegeben wor­den. Lei­der nicht, dass es die allerneueste Excelver­sion sein muss und auch nicht, dass man Schreibzu­griff braucht bzw. für jedes einzelne Tabel­len­blatt den Blattschutz aufheben kön­nen muss. Das brachte 2 der 3 Teams erst­mal schon an den Rand der Verzwei­flung. Wir hat­ten zum Beispiel geplant, das alles mit dem Tablet zu machen, da das nicht so viel Strom frisst und ohne Prob­leme den ganzen Tag hält. Sowas wie „Blattschutz aufheben“ kon­nte aber die Tablet-​Excel-​Version nicht und so mussten wir doch auf das Fall­bac­knote­book zurück­greifen und hof­fen, dass der Akku reicht. Hat er dann zum Glück.

Wir beka­men einen Freis­chalt­code, mit dem wir Infor­ma­tio­nen zum ersten Tauchspot der Chal­lenge freis­chal­ten kon­nten. So ging es dann den Tag über auch weiter. Das Team schickte jew­eils vor und nach jedem Tauch­gang eine SMS an die Tourleitung und bekam dann den Code zum Freis­chal­ten der Infos zum näch­sten Ziel. Die Rei­hen­folge der Tauchspots war für alle 3 Teams unter­schiedlich, so dass man sich — the­o­retisch — nicht in die Quere kom­men konnte.

Erster Tauch­gang: Mole Eckernförde.

Die Park­platz­suche gestal­tete sich schwierig. Schließlich fan­den wir einen tak­tisch gün­sti­gen Platz, von dem aus der Fuß­marsch erträglich schien. Parkschein ziehen? Isa meinte, dass die Politessen so früh am Tage noch nicht unter­wegs seien, was sich als Fehlein­schätzung her­ausstellte, denn als wir abreis­ten hat­ten wir trotz­dem ein form­schönes und extrav­a­gant eingepack­tes Ticket am Scheibenwischer.

Zunächst erkun­de­ten wir die Umge­bung. Am Molenkopf (unge­fährer Tauchzielpunkt) angekom­men fragte Isa einen dort „park­enden“ Segler, wie tief es denn dort sei. Erste Antwort: „Wir haben einen Tief­gang von 3 m“. Öhm, ja, schön, dass hilft uns nur bed­ingt weiter. Schließlich schal­teten sie aber dann doch noch ihr Echolot an und gaben uns eine Tiefe von 8,7 m bekannt. Gut, also los geht’s. Ich war Bleis­chlep­per. Blöde Wahl — hätte lieber tauchen gehen sollen. So wartete ich, erschöpft von der ganzen Schlep­perei, am Strand bis Isa und Daniel mit einem blauen Kara­biner inklu­sive Schild wieder aus dem Wasser stiegen. Geschafft. :) Sie berichten (wie andere Teams auch), dass die angegebene Dis­tanz von 10 m vom Molenkopf­pfeiler aus gese­hen eher 10 cm waren. Aber: gefunden!

Nach dem Abrödeln und der Freude über das gefun­dene Falsch­park­erticket am Scheiben­wis­cher gaben wir den näch­sten Code in die Excel­datei ein und weiter ging’s naaaaaaach…

Zweiter Tauch­gang: Waabs.

Hier war die Auf­gabe, auf min­destens 15m Tiefe zu tauchen und ein Bewe­is­foto vom Tauch­com­puter zu schicken. Bonus­punkte sollte es noch für weit­ere Tiefen­meter geben. Hört sich ja erst­mal gar nicht so schwierig an.

Wir erkun­de­ten zunächst mal wieder den Tauchspot, fragten dann ganz höflich an der Camp­ing­platzrezep­tion nach, ob wir mit dem Auto bis zur Sli­pan­lage vor­fahren dürften. Ja, durften wir. Und wir beka­men noch die Zusatz­info „Da sind schon 2 andere Taucher“. Aha, zwei also. Dann kann es ja nur Team Rot sein, denn Team Sil­ber hat ja 3 Mit­glieder. Soll­ten wir sie also zeitlich schon einge­holt haben? Nein, lei­der nicht. Am Strand angekom­men war kein Team-​Rot-​Auto mehr zu sehen. Schade.

Daniel und ich glit­ten also geübt in unsere Tauchaus­rüs­tung und machten uns auf den Weg ins Wasser. Die Jet­ski­fahrer am Strand quatschten wir noch kurz an und baten sie, eine eventuell von uns geset­zte Boje später nicht als Wen­de­marke zu benutzen. Sie lachten nur und mein­ten, wir müssten dann eben tief genug tauchen. War zum Glück nur scherzhaft gemeint.

Die 15 m Tiefe zu erre­ichen war hier dann doch nicht so ein­fach wie erwartet. Wir liefen erst­mal eine ganze Strecke zu Fuß ins flache Wasser, tauchten dann ab als wir nicht mehr ste­hen kon­nten, mussten dann aber kurze Zeit später nochmal kurzzeitig auf­tauchen, als die näch­ste Sand­bank sich vor uns auftürmte und an die Wasser­ober­fläche zwang. Danach war der Weg dann frei und wir kamen schnell durch eine kleine See­graswiese auf die Zieltiefe, während wir von eini­gen Plat­tfis­chen mis­strauisch beäugt wur­den. Dann noch ein biss­chen weiter, obwohl wir nicht damit rech­neten, die Bonus­punkte für die größte Tiefe zu bekom­men. Bei 18,7 m drehten wir dann um, hät­ten aber, wie wir später erfuhren, noch bis auf 25 m tauchen kön­nen. Trotz­dem war es meines Wis­sens die größte erre­ichte Tiefe aller Teams (Team Sil­ber hat den TG, der ihr let­zter war, nicht mehr geschafft). Und außer­dem waren wir garantiert die einzi­gen, die an diesem Tauch­platz das Bonus­punk­te­foto eines U-​Boots schießen konnten.

Geschafft. Und weiter ging’s naaaaaach.…

Drit­ter Tauch­gang: Strande.

Auf dem Weg nach Strande beka­men wir Anrufe von der Tourleitung, dass Team Sil­ber ver­misst wird, bzw. sich lange nicht gemeldet hat. Und wir beka­men den Auf­trag, als erstes mal zu schauen, wo die wohl sind und ob alles klar ist. Am Park­platz angekom­men, sahen wir Team Sil­ber fröh­lich beim Abrödeln. Sie grin­sten und ver­suchten uns zu verun­sich­ern. „Wartet mal ab, was euch erwartet“, mein­ten sie. Wir ließen uns nicht verun­sich­ern — wir sind schließlich Team Blau. Allez les bleus!

Also wieder los zur Erkun­dung. Dieser Tauch­gang war als Apnoetauch­gang emp­fohlen. Wir fan­den die „Absprung­stelle“ ziel­sicher. Isa erk­lärte sich bereit zu sprin­gen, abzu­tauchen und zurück zu schwim­men. Daniel schlüpfte auch noch in seine Aus­rüs­tung, um von der Mole aus sich­ern zu kön­nen. Nach 45 maligem Abtauchen hatte Isa dann (natür­lich!) gefun­den, was wir suchten. Bei der ersten Bergung brachte sie lei­der nur den blauen Kara­biner nach oben — ohne Schild. Aber ein weit­eres Luft­holen später war auch das erledigt. Sportlich schwamm sie dann um die Steine rum wieder zum Strand.

Zwis­chen­durch hat­ten wir per SMS (mehrfach an ver­schiedene Team­mit­glieder und mit jew­eils min­destens 3 Aus­rufeze­ichen) von der Tourleitung die Auf­forderung emp­fan­gen, am Park­platz auf Team Rot zu warten. Die waren auch schon da. Da sie immer noch Excel­prob­leme hat­ten brauchten sie die Tauchspot­in­fos von uns. Im Nach­hinein muss ich sagen, dass wir zu gesprächig waren. Hät­ten wir weniger Infor­ma­tio­nen preis­gegeben, wären sie vielle­icht nicht die zeitschnell­sten des Tages gewor­den. Nun ja…

Weiter ging’s naaaaaach…

Vierter Tauch­gang: Skagerrag-​Ufer Kiel.

Wir ließen uns von dem in den Tauch­in­for­ma­tio­nen genan­nten Begriff „Mole“ nicht lange irri­tieren und erkan­nten geis­tes­blitzar­tig sofort, dass es stattdessen um einen „Steg“ (Anleger) gehen müsse. Andere Teams (zum Beispiel Team Sil­ber ohne weit­ere Details zu nen­nen) hat­ten damit sehr viel mehr Prob­leme und haben dadurch auch sehr viel Zeit ver­loren. Schadens­freude mag hier intu­itiv aufkom­men, sollte aber aus Rück­sicht­nahme unter­drückt werden.

Die Fährzeiten (laut Fahrplan) passten — wir hat­ten ein gutes Zeit­fen­ster erwis­cht. Mein erster Tauch­gang zusam­men mit Isa. Lei­der nicht so erfol­gre­ich, wie wir uns das gewün­scht hät­ten. Wir sprangen vom Steg (resp. Mole) ins Wasser statt hinzu­tauchen, um Zeit zu sparen. Dann tauchten wir in kringeli­gen Schleifen das Suchge­biet ab, fan­den aber lei­der kein Schild und keinen Stein, obwohl wir wirk­lich _​lange_​suchten. Nach­dem der Flaschen­füll­stand dann extrem niedrig gewor­den war, brachen wir ab und machten uns auf Rich­tung Ufer. Isas Kom­pass hatte den Geist aufgegeben und sie nahm meinen. Ich als Bronze­taucher wollte die Ver­ant­wor­tung nicht auf mich nehmen. Irgend­was passierte dann aber. Daniel berichtete später, was er vom Steg (resp. Mole) aus ver­folgt hatte: zunächst nah­men wir Kurs direkt aufs Ufer, drehten dann aber immer weiter nach rechts ab, tauchten schließlich unter dem Steg (resp. Mole) durch und kamen auf der anderen Seite wieder raus. Und er stand hil­f­los oben und kon­nte nix machen. Waren es die riesi­gen Eisen­stützen des Stegs (resp. Mole), die den Kom­pass gestört haben? Wir wer­den es nie erfahren. Jeden­falls schnorchel­ten wir dann doch an der Ober­fläche zurück zum Ufer.

Im Nach­hinein stellte sich her­aus, dass man sich dort nicht unbe­d­ingt nur auf die fahrplan­mäßi­gen Fähren­zeiten ver­lassen kann. Ger­ade als wir aus der Gefahren­zone her­aus waren legte näm­lich ein unplan­mäßiger Par­ty­dampfer mit pöbel­nden Par­tygästen an. Glück gehabt.

Sam­stag Abend: Endlich geschafft? Eher nicht.

Das näch­ste freigeschal­tete Excelta­bel­len­blatt führte uns zur Jugend­her­berge Plön. Sowas in der Art hat­ten wir schon ver­mutet. Es gab im Vor­feld einige Gerüchte. Lei­der war Team Rot schon 30 min vor uns dort angekom­men und hatte die Bonus­punkte kassiert. Aber das Willkom­mens­bier entschädigte uns. Über­raschend war die Zim­merverteilung: die 3 Damen in einem Zim­mer, die Her­ren auf 2 weit­ere Zim­mer verteilt. Das war etwas, was Daniel und ich nicht voraus­geahnt hat­ten, denn wir hat­ten nur eine „Hygie­n­eaus­rüs­tung“ mit (jew­eils 1 Duschhand­tuch, Duschbad, Sham­poo, Zahn­bürste, Zah­n­pasta). Man sieht: es zahlt sich nicht immer aus, wenn man in einer Beziehung alles teilt, denn man kann uner­warteteter­weise auch mal getrennt wer­den. Zum Beispiel durch die Tourleitung einer Alphataucher Tro­phy Challenge.

Was uns aber viel mehr erschüt­terte, war, dass unsere Hoff­nung auf einen gemütlichen Ausklang des Abends jäh zunichte gemacht wurde. Es soll­ten noch 2 weit­ere Events fol­gen. Nach dem Aben­dessen musste zunächst einer pro Team noch eine Schwim­mauf­gabe meis­tern. Dankenswert­er­weise erk­lärte sich erneut Isa bereit, diese Auf­gabe zu übernehmen. Nun ja…, wohl eher zwangsweise, nach­dem Daniel und ich unsere Nicht­mo­ti­va­tion und offen­sichtliche Inkom­pe­tenz bekun­det hat­ten. Sorry, Isa. Obwohl die 3 Schwim­mer gle­ichzeitig am Ziel anka­men, erhielt aber nur Team-​Silber-​Schwimmer Bernd die Punkte. Grund war eine von der Tourleitung ange­merkte ange­bliche Regel­widrigkeit (Abkürzung der Schwimm­strecke) bei den anderen bei­den Schwim­mern. Wir behal­ten uns auch hier die Rekla­ma­tion vor.

Danach sollte noch ein nächtliches Fack­elschwim­men fol­gen, was aber nach demokratis­cher Abstim­mung (ein­stim­mig seit­ens der Teil­nehmer) nicht mehr stat­tfand. Stattdessen gab es ein paar Bierchen und Sek­tchen und XLTS-​Varianten in der Jugend­her­berge­hütte. Die Tourleitung hatte extra Kajaks und Schwimm­bret­ter für das Fack­elschwim­men organ­isiert. Da dies nun alles nicht zum Ein­satz kam, haben wir ein ganz kleines schlechtes Gewis­sen. Aber wir waren ein­fach sooooo fer­tig nach dem Tag…

SON­NTAG. CHAL­LENGE COMPLETED.

Am Son­ntag ging es wieder früh­mor­gens los. Einige Tief­schläfer hat­ten gut geschlafen, aber zumin­d­est mich hat­ten die draußen sin­gen­den Jugendlichen bis nach 2 Uhr wachge­hal­ten. Eigentlich ist dort ab 22 Uhr Nachtruhe. Ich habe die früher in Jugend­her­ber­gen zwar auch nie einge­hal­ten, aber meine Ansichten dies­bezüglich sind sehr flex­i­bel… Hät­ten die nicht ein­fach mal ins Bett gehen kön­nen??? Also wieder eine kurze Nacht. Zwis­chen 07:30 und 08:00 trudel­ten trotz­dem alle beim Früh­stück ein. Für einige (unter anderem für mich) reichte erst­mal Kaf­fee. Wie kann man so früh am Mor­gen schon was essen? Ich aß dann auf der Fahrt zum näch­sten Tauchspot heim­lich auf der Rück­bank des Autos 3 Rosi­nen­brötchen, ohne Isa und Daniel was davon abzugeben. (Lesen die hier eigentlich mit?).

Der erste Son­ntagstauchzielpunkt war für jedes Team ein anderer. Die Auf­gabe war, eine Beschrei­bung eines Tauchspots anzufer­ti­gen, den man vorher nie gese­hen hat. Wir, les bleus, fuhren nach Stein­beck, was zu Klütz gehört. Auf der Hin­fahrt war zunächst das Navi falsch pro­gram­miert und wollte uns über die Fähre schicken. Erster Zeitver­lust. Danach hiel­ten uns diverse ein­heimis­che Son­ntags­fahrer auf, denen es wohl Spaß machte uns auszubrem­sen. Jeden­falls hat­ten wir, am Ziel angekom­men, nur noch 50 min Zeit bis zur erforder­lichen Abfahrt zum näch­sten Tre­ff­punkt. Die Park­platzwäch­terin zockte uns pro­fes­sionell noch schnell ein Tage­sticket für 5 Euro ab, bevor wir es bemerk­ten (2 Euro hät­ten gere­icht für die eine Stunde). Wir tauchten also nicht, gaben aber trotz­dem unser Bestes, eine detail­ge­treue Beschrei­bung des Umfelds abzuliefern und Infor­ma­tio­nen zu den Unter­wasser­begeben­heiten von anderen zu erfra­gen und zu doku­men­tieren. Unsere pro­fes­sionelle Tauch­platzskizze und –beschrei­bung wird hier auf der Home­page auch veröf­fentlicht werden.

Dann ging es weiter nach Bob­itz am Tres­sower See. Dort wartete auch schon ein eigens für die Chal­lenge gekaufter neuer Grill auf uns… und die näch­ste Auf­gabe. Dieses Mal ging es darum, vom Steg aus eine Boje anzu­peilen und mit möglichst weni­gen Auftauch-​Aktionen (max­i­mal 3) zu tre­f­fen. Daniel kämpfte lange mit sich selbst, schaffte es dann aber den­noch (mit psy­chol­o­gis­cher Hilfe seines Teams), sich noch ein­mal zu motivieren, bei fast 30 Grad Luft­tem­per­atur in seinen Trocki zu sprin­gen und es zu ver­suchen. Und.… er hat es als einziger der 3 Teil­nehmer inner­halb der 3 Ver­suche geschafft. Yeah! Endlich funk­tion­ierte mal ein Team-​Blau-​Kompass.

Danach wurde dann noch lecker gegrillt und einige zusam­men­fassende Abschiedsworte ver­gossen und dann ging’s wieder gen Heimat. Die Gesamt­punkte wur­den bisher nicht aus­gew­ertet und auch kein Sieger gekürt. Aber das ist inzwis­chen auch gar nicht mehr wichtig, denn „dabei ist alles“, wie man so schön sagt.

Und so bin ich dann, nach­dem ich mich in meinem Bericht beson­ders kurz gehal­ten habe, auch beim let­zten Absatz:

GESCHAFFT.

Es war ein­fach geil! Danke an Dirk-​Rainer und Thorsten für die Orga, für die ganze Arbeit und das Herzblut, was darin steckt. Ich als Teil­nehmer mit den wenig­sten Tauchgän­gen und der wenig­sten Erfahrung hatte im Vor­feld ein biss­chen Bam­mel, dass ich vieles nicht schaf­fen würde, aber tat­säch­lich hätte ich jede einzelne Auf­gabe auch selbst (natür­lich mit Buddy) lösen kön­nen. Super!

Und das ist auch ein Aufruf an alle anderen Alphataucher und Mitleser: Macht mit bei der näch­sten Chal­lenge! Es gibt nix zu ver­lieren und es macht saumäßig Spaß. Alle, die im Vor­feld etwas skep­tisch waren, wur­den eines Besseren belehrt.

Ich bin näch­stes Mal wieder dabei!

Juliane

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