Alphataucher

geschrieben von Thorsten

Sch......kalt.......... aber welch eine Faszination unter dem Eis zu tauchen. Den Luftblasen bis unter die Eisdecke zu folgen, mit den Ansammlungen von Luftblasen wie mit Quecksilber zu spielen, und den schemenhaften Bewegungen des auf dem zugefrorenen Oortkatener See stehenden Sicherheitsteam zuzuschauen. Oder auch der „Spaziergang“ mit dem Kopf nach unten an der Eisdecke... Wahnsinn!





Das war vor vier Jahren, Und heute fand ich mich im knapp 4 Grad kalten Wasser wieder. Allein, wieder mit den Füssen von unten an der Eisdecke unterwegs. Langsam lasse ich mich auf den Grund sinken. Endlich! Die lange Wartezeit hatte sich gelohnt. Nach langer Zeit, waren die Seen und Flüsse im Norden ausreichend mit mehr oder weniger tragfähigem Eis überzogen. Eistauchen hieß das Zauberwort. 



Vor vier Jahren durfte ich schon einmal an unserem Tauchlehrer „gebunden“ mit unter das Eis. Eigentlich ist mir nicht kalt. Diesmal war ich auch so schlau, Glizerin zu schnorren und mir zum Schutz gegen die Kälte, in das Gesicht zu schmieren. Nun ja, richtig gute Sicht war das nicht, aber man konnte den Grund auch ohne Lampe genau sehen.



Zunächst musste ich mich noch auf das Führen der Sicherungsleine – meine einzige Verbindung mit meinem Buddy und dem Einstieg – konzentrieren. Und natürlich hatte sich diese an meiner Flasche verheddert. Also raus aus der Schlaufe, Seil wieder frei bekommen und „dem da oben“ klar machen – Fünf Mal lang - das Signal an den „Leinenmann“, alles Okay!

Ich hatte ja nun nicht wirklich Lust mich zu blamieren und rauszerren zu lassen, oder gar den Sicherungstaucher zu meiner Rettung ins Wasser zu jagen.




Aber beginnen wir von vorn. Die Einweisung. Aus Zeitgründen - für das Gro der Eleven, welche den SK Eistauchen machen wollten – musste der Praxisteil unter Eis vorgezogen werden. Ich denke es war jedem klar, dass Eistauchen nicht gerade zu den Tauchgängen gehört, welche man mit denen in Ägypten vergleichen kann. Also gab es ein ausführliches Briefing bei den Fahrzeugen.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen sollte das Gerät schon Zuhause im Warmen zusammen geschraubt werden, um zum einen zu verhindern das Feuchtigkeit und Schnee in den Atemregler gelangen und zu gefrieren und diesen somit vor Beschädigungen zu schützen. Leider hatte dies auch den Nachteil, dass dieses Gerät so an den See geschleppt werden musste. Hätte ich man einen Schlitten gehabt... 

Unten mit dem „Geraffel“ angekommen, hieß es zurück und umziehen. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass dies der für mich unangenehmste Teil der Veranstaltung war – bei Minus 2°C. Die Häme der Weicheier in Ihren „Schwächlingspellen“ war mir gewiss...



Na ja, zugegeben ich war wohl der Jenige welche lästerte. Da ich „nur“ in einem Halbtrockentauchanzug unters Eis wollte, war ich als Dritter dran. Auch blieb mir das Leinenführen erspart. Als Sicherungstaucher musste ich trotzdem ran. 

Während der Wartezeit, muss ich zu meiner Schande gestehen, war mir doch etwas mulmig. Allein unter Eis. Kommunikation nur über zwei Signale via Leine nach „oben“. Fünf Mal lang – alles Okay! Oder...- einmal kurz - Raus! - da stimmt etwas nicht. Ganz zu schweigen von der Kälte...

Trotzdem ich musste „rein“. Das war es, worauf ich mich schon seit meinem ersten Mal unter dem Eis freute. Und es war zu schnell vorbei. Nach kaum 15 Minuten war der Tauchgang zu Ende. Die Anderen warteten schließlich auch auf Ihr erstes Mal in der Kälte. Aber eigentlich habe ich dort „unten“ nicht gefroren... Vielleicht war ich aber auch nur zu aufgeregt.

Viel Spaß hatten wir dann noch danach. Hier kamen dann wieder die Faxen, welcher man bei den „Clown's und Helden“ sicher sein konnte. Dirk Rainer spielte Schubkarre, von Carsten geschoben. Carsten sah zeitweilig aus wie Antje das Walross (Gott hab sie selig). Zum Lachen, wie er da auf der Eisschorle lag. Rose, ich ertrinke . . . . . .



Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten bedanken. Dem gesamten „Tauchteam“ das alles wie geplant abgelaufen ist. Für die warme Suppe danach und die vielen Bilder die geschossen wurden.

Eins ist sicher, wenn im Norden die Seen irgendwann wieder zufrieren, bin ich wieder dabei...

Anmerkung: Frank machte an dem Tag seinen 333. Tauchgang



 

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